letzte Aktualisierung 
24.11.2015

Riesenstein

Die Sage vom Riesenstein

In dem Städtchen Naumburg an der Waldeckschen Grenze, bauten die Einwohner zum Lobe Gottes und zum Heil ihrer Seelen eine Kirche, denn es war bis dahin an dem Ort noch keine vorhanden gewesen. Auf einem Berg bei Züschen aber saß ein Riese und sah ergrimmt das fromme Werk von Tag zu Tag wachsen. Endlich konnte er seiner Wut nicht mehr Grenzen setzen; er fasste einen ungeheuren Felsblock und wollte ihn nach Naumburg schleudern, allein er blieb am Ärmel hängen und fiel zwischen Züschen und Altendorf in das Feld nieder. Da ging der Riese hin, setzte sich auf den Stein und weinte blutige Tränen vor Zorn über den mißglückten Wurf. Der Felsblock liegt noch heute dort und ist unter dem Namen Riesenstein bekannt. Man sieht noch, wo der Teufel gesessen hat, auch zeigt man drei rote Flecken daran, welche von den blutigen Tränen herrühren sollen.

 

In der anderen Variante der Sage wird der Stein vom Teufel geworfen, auch über das Ziel und die Flugbahn des Steines gibt es unterschiedliche Aussagen. So schleuderte der Riese, oder Teufel, den Stein mal von Homberg über Züschen um die Weidelsburg zu treffen, dann wirft ihn von der Weidelsburg über Altendorf zur Kirche in Fritzlar (oder Büraberg, alter Wallfahrtsort) oder von Züschen zur Kirche von Naumburg. Immer blieb der Stein hängen oder rutschte ab, so das er sein Ziel nicht erreichen konnte und auf dem Ziegenrück beim Heiligenberg liegen blieb.

 

                                                             Das Gedicht über den Riesenstein

In der aus Fels gehauenen Nische am Riesenstein hängt immer wieder ein Gedicht des Müllers Georg Leidheiser (1886 - 1965) aus Züschen. Er ist der Vater des jetzigen Mühlenbesitzers und schrieb in den sechziger Jahren einige Gedichte, die sich auf geschichtliche Orte der Umgebung beziehen. Die Mühle befindet sich an der Elbe südöstlich vom Riesenstein und oberhalb von Züschen.

      Auf Gottes Flur, im Sonenschein
      verweil` am heil`gen Berg ich oben
      beim altersgrauen Riesenstein,
      haushoch und sagenhaft umwoben.
      Ein Riese namens Goliath
      bei Homberg (Efze) laut berichten
      den Stein mit Wucht geschleudert hat,
      die Weidelsburg roh zu vernichten.

      Der Sage nach ist dies Geschoß
      ihm abgerutscht vom kleinen Finger,
      so daß er Tränenblut vergoß,
      weil hin sein Ruf als Burgbezwinger.
      Er hat sich auf den Stein gesetzt,
      vergaß bekümmert Trunk und Essen.

      Man sieht noch die Vertiefung jetzt,
      wo nach dem Fehlwurf er gesessen.
      Nun, das Geschlecht der Riesen ruht.
      Man kann nur am Erlauchten naschen
      und das bereits erwähnte Blut
      ward längst vom Regen abgewaschen.

      So`n Block, wohl tausend Zentner schwer
      konnt auch ein Riese nicht bewegen.
      Damit will ich die Sagenlehr`
      vom Riesenstein beiseite legen.
      Heut heißt es, das Naturgebild
      sei einst ein Opferstein gewesen.
      Wenn das mit Erfurcht uns erfüllt,
      ist viel Vergangenes d`rin zu lesen.

      Der “Heilige Berg” schon läßt uns klar
      auf altgeweihte Stätte schließen.
      Und`s Opferlamm, wie damals war
      muß für die Menschheit`s Blut vergießen.

      Heut wird ein Tier nicht mehr verbrannt,
      dazu fehlen Glaube und Moneten.
      Doch Riesensummen steh`n zur Hand
      für irdisch Wohlsein und Raketen.

      Gut, das der Stein Naturschutz trägt
      und nicht verkommt im Weltgetriebe.
      Damit sei Schluß, was ich geprägt,
      geschah aus schlichter Heimatliebe.

                                                     Georg Leidheiser

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